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Schnarchen – Eine einfache Erklärung

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen und ein lästiges zudem. Der nächtliche Geräuschpegel steht dem eines Trucks oder einem startenden Flugzeug oft in nichts nach – besonders für den Bettgenossen des Schnarchers ist dies ein lästiges Problem. Schuld am Schnarchen ist die im Schlaf erschlaffende Rachenmuskulatur. Gaumensegel und Rachenzäpfchen flattern dann bei jedem Atemzug, was die störenden Schnarchgeräuche erzeugt. Erfahrt hier alles Wichtige über das Schnarchen und was Ihr dagegen tun könnt.

Beschreibung – Schnarchen

Bei dem einfachen Schnarchen verengen sich die Atemwege und erzeugen somit eine erhöhte Strömungsgeschwindigkeit bei der Ein- und Ausatmung. Im Zusammenspiel mit der im Schlaf erschlaffenden Mund- und Rachenmuskulatur beginnen dann Zäpfchen und Gaumensegel an zu flattern. Dieses Flattern erzeugt am Ende also das so nervige nächtliche Sägen.
Eine häufige Ursache von verengten Atemwegen und dem damit einhergehenden Schnarchen sind Infektionen der obereren Atemwege (z.B. Erkältung oder Nasennebenhählenentündungen). Aber auch Allergiker haben mit diesem Problem zu kämpfen, da eine Verengung in den Atemwegen eine typische allergische Reaktion des Körpers ist.

Während es beim einfachen Schnarchen in der Regel zu keinen Atemaussetzern kommt, sieht das bei dem sogenannten “obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom” schon anders aus. Die obstruktive Schlafapnoe geht grundsätzlich mit Atemaussetzern im Schlaf einher. Auch hier verengen sich die Atemwege, allerdings liegt der Grund meist in einer anatomischen Besonderheit der Hals-Nasen-Ohrenbereiche. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • vergrößerte Rachenmandeln
  • eine vergrößerte Zunge
  • ein vergrößertes Gaumenzäpfchen
  • ein zu kleiner Unterkiefer
  • eine verkrümmte Nasenscheidewand

Diese kurzen Atemaussetzer rufen im Gehirn eine Weckreaktion herbei. Dabei wacht der Betroffene allerdings nicht richtig auf, sondern atmet lediglich tief ein (meist mit einem lauten Schnarchen verbunden).
Besonders häufig kommt die obstruktive Schlafapnoe bei übergewichtigen Männern im höheren Alter vor.

Noch einmal anders verhält sich das Ganze bei der zentralen Schlafapnoe. Es treten zwar ebenfalls Schnarchgeräusche auf und es kommt auch zu Atemaussetzern, aber der Grund liegt nicht in einem verengten Atemweg. Hier liegt der Grund vielmehr an einer Störung des Atemantriebs im Gehirn. Die Brustmuskulatur und das Zwerchfell sind im Schlaf inaktiv und der Betroffene atmet somit zu wenig und nicht tief genug. Es kommt zu einem Sauerstoffmangel, das Gehirn wird alarmiert und es kommt zu der eben genannten Weckreaktion. Auch die zentrale Schlafapnoe ist besonders bei Männern und im höheren Alter verbreitet. Allerdings ist diese Form wesentlich seltener.

Schnarchen - Eine Erklärung, wie es zum Schnarchen kommt.

Was begünstigt Schnarchen?

Schnarchen wird durch verschieden Faktoren und Umstände begünstigt beziehungsweise verstärkt.
Übermäßiger Alkoholkonsum, schwere Mahlzeiten am Abend, Medikamente und das Schlafen Rückenlage sind begünstigende Faktoren.

Abendlicher Alkoholkonsum, schwere Mahlzeiten und Medikamente verstärken aber nicht nur Euer Schnarchen, sondern sie mindern auch Eure Schlafqualität insgesamt. Wir haben schon einen Beitrag mit Tipps & Tricks für einen besseren Schlaf veröffentlicht. Schaut auch dort gerne mal rein, denn häufig lässt sich beides mit einfachen Tricks optimieren.

Schlafapnoe – Was sind die Risiken?

Vor allem die obstruktive Schlafapnoe bringt gewisse Risiken mit sich. Um diese besser nachvollziehen zu können, muss man das ganze Thema an sich etwas genauer erklären. Leider würde das hier den Rahmen sprengen, weshalb wir einen eigenen Artikel dazu verfasst haben. Ihr könnt ihn euch bei Interesse gerne mal anschauen. Nichtsdestotrotz möchten wir auch hier kurz einige der Risiken benennen.
Besonders gefährlich ist das erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie:

  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzmuskelerkrankungen
  • Herzinfarkte
  • Schlaganfälle

Durch den gestörten Nachtschlaf leiden Betroffene außerdem unter akuter Tagesmüdigkeit und stehen damit auch häufig dem Risiko von Verkehrsunfällen gegenüber.

Was hilft gegen Schnarchen?

Im Internet werden viele verschiedene “Schnarchhilfen” angepriesen und beworben. Ob Schnarchspray, Schnrachschnuller oder Schnarchring, einen wirklichen Beweis für deren Wirksamkeit gibt es leider nicht. Zudem kommt, dass diese Produkt oft sehr hohe Preise haben.

Um einen Fehlkauf zu vermeiden, empfehlen wir Euch auf bewährte Maßnahmen zu setzen.

Tipps & Tricks gegen Schnarchen

Ihr könnt auch ohne teure Artikel oder einen Arzt damit beginnen Euren Schlaf und Euer Schnarchen zu optimieren. Häufig helfen nämlich schon die einfachsten Tricks.

  • Wenn Ihr vielleicht das ein oder andere Kilo zu viel mit Euch herumschleppt, dann ist die wirksamste Methode diese Kilos loszuwerden. Mit ein bisschen regelmäßiger Fitness werdet Ihr euch nicht nur besser fühlen (Ich spreche aus Erfahrung), sondern Ihr werdet damit auch das überschüssige Fett im Halsbereich los.
  • Ihr trinkt gerne ein Feierabendbier? Oder 2? Versucht das Bierchen nach dem Feierabend mal eine Zeit lang wegzulassen und Ihr werden schnell merken, dass Euer Schnarchen besser wird. Alkohol reduziert nämlich die Atmungsaktivität und begünstigt somit Euer Schnarchen.
  • Keine schweren Mahlzeiten mehr am Abend. Ich weiß, für viele mag das ein hoher Preis sein abends auf das saftige Steak, die fettige Pizza oder einen frischen Burger verzichten zu müssen. Allerdings sind solche schweren Mahlzeiten alles andere als förderlich für Eure Schlafqualität und das Schnarchen. Gönnt Euch lieber mittags was kräftiges und versucht es abends mit etwas leichterer Kost.
  • Auch Schlafmittel und Antihistaminika begünstigen Euer Schnarchverhalten, da sie die Atmungsaktivität reduzieren. Wenn möglich, sollte also auch auf sie verzichtet werden.
  • Zu guter letzt geht es an Eure Schlafposition. Wir haben zu Beginn geklärt, dass Eure Mund- und Rachenmuskulatur erschlafft und das Schnarchgeräusch erzeugen. Wenn diese Muskeln erschlaffen fallen sie einfach platt nach hinten runter. Dieses “hinten runterfallen” wird durch schlafen in Rückenlage begünstigt. Versucht also in Seitenlage oder mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen.

Ihr seht, dass Ihr auch selbst mit relativ wenig Aufwand etwas für Euren Schlaf tun könnt. Sollte sich natürlich nichts bessern, gibt es auch noch andere Alternativen.

Der Zahnarzt

Manche Betroffene profitieren von sogenannten “Schnarchschienen”. Diese werden von Eurem Zahnarzt individuell angepasst. Sie schieben Euren Unterkiefer leicht nach vorne und halten somit Eure Atemwege offen.
Hört sich ja super an, leider gibt es auch hier ein kleines “aber”. Diese Schienen sind recht teuer und die Wirksamkeit ist bei jedem anders. Auch Vorhersagen zur Wirksamkeit sind nur schwierig zu treffen was so viel bedeutet wie – Ihr müsst bezahlen und testen.

Die letzte Hoffnung – Operative Eingriffe

In manchen Fällen hilft dann nur noch ein operativer Eingriff durch den HNO-Arzt Eures Vertrauens. Zu den Details solcher Eingriffe kann ich Euch ehrlich gesagt nicht viel sagen, da das nicht wirklich mein Spezialgebiet ist. Ich empfehle Euch daher einfach mal mit Eurem Arzt zu sprechen. Nachfolgend findet Ihr aber trotzdem einige der häufigsten “Anti-Schnarch-Eingriffe”:

  • Mandeloperation
  • Nasennebenhöhlen-Operation
  • Nasenscheidewand-Operation
  • Nasenmuscheloperation
  • Weichgaumenplastiken
  • Versteifung des Weichgaumens (Implantate)
  • Operationen am Zungengrund
  • Operationen am Zungenbein

Die Schlafapnoe- Therpaie

Ihr wurdet mit einer Schlafapnoe diagnostiziert? Keine Angst, eine Schlafapnoe lässt sich mittlerweile gut und recht einfach therapieren. Das wichtigste hierbei ist, dass die kontinuierliche Sauerstoffversorgung gewährleistet wird. In der Regel werdet Ihr eine sogenannte CPAP-Therapie verschrieben bekommen (CPAP = Continous Positive Airway Pressure / Kontinuierlicher Positiver Luftdruck). Damit wird Euch über eine Maske Luft zugeführt und verhindert, dass sich der erschlaffte Rachen verschließt.
Es gibt verschiedene Varianten der CPAP-Therapie wie zum Beispiel die APAP- (Automated Continous Positive Airway Pressure) oder die BIPAP-Therapie (Bi Positive Airway Pressure) Was genau die Unterschiede sind und ob es Vor- und Nachteile gibt ist individuell zu betrachten. Aber keine Sorge, Euer Arzt wird die passende Therapie für Euch finden.

Schnarchen: Wann sollte ich zum Arzt?

Grundsätzlich sollte man Schnarchen immer ärztlich untersuchen und abklären lassen. Eine gute Anlaufstelle ist ein HNO-Arzt oder eine Klinik mit einem auf Schlaf und Schnarchen spezialisiertem Bereich. Wenn Ihr vorab aber schon etwas tun wollt, könnt ihr die oben beschrieben Tipps & Tricks befolgen oder Euren Schlaf tracken. Mithilfe von Schlaftrackern, könnt Ihr Euren Schlaf aufzeichnen und am nächsten Morgen Unregelmäßigkeiten in Eurer Sauerstoffsättigung erkennen. Achtet hierbei aber genau darauf wie und ob der Tracker misst. Eine kontinuierliche Messung ist wichtig! Wenn der Tracker nämlich nur einmal pro Minute misst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr einen Sauerstoffabfall verpasst. Die Sauerstoffsättigung ist generell ein wirklich wichtiger Indikator in der Schlafanalyse, aber auch hierzu gibt es einen eigenen Artikel – Reinschauen lohnt sich 😉

Ebenfalls dringend empfehlenswert ist ein Arztbesuch, wenn Ihr unter chronischer Müdigkeit leidet, obwohl Ihr nachts ausreichend lange (6 bis 8 Stunden) schlaft. Auch dies könnte ein Anzeichen für eine gesundheitsgefährdende Schlaf-Apnoe sein und sollte in jedem Fall von einem Spezialisten untersucht werden.

In diesem Video erklärt Herr Prof. Dr. Fietze aus der Charité Berlin die Ursachen des Schnarchens, empfiehlt Therapien und gibt Tipps, die gegen Schnarchen helfen.

Ich hoffe Ihr seid jetzt ein bisschen schlauer zu dem Thema Schnarchen geworden. Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob die Tipps & Tricks bei Euch geholfen haben oder welche Tricks Ihr noch so kennt. Auch Themenwünsche sind immer gerne gesehen in den Kommentaren. 🙂

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