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Das Schlafapnoe Syndrom – Beschreibung, Symptome und Diagnose
Aug 27, 2020

Von: Fynn S.

Das Schlafapnoe Syndrom geht in der Regel mit Schnarchen einher. Schnarchen jedoch bedeutet nicht automatisch, dass eine Schlafapnoe mit im Spiel ist. Die Aussage “Jeder Schlafapnoeiker ist ein Schnarcher, aber nicht jeder Schnarcher ist ein Schlafapnoeiker” passt also perfekt. Während im Alter von unter 20 Jahren weniger als jeder Zehnte schnarcht, sind ab dem 65. Lebensjahr 40 bis 50% der Menschen betroffen. Das so genannte primäre oder einfache Schnarchen ist durch laute Atemgeräusche, die in den oberen Atemwegen entstehen, gekennzeichnet. Es stellt an sich keine Gefahr für die Gesundheit dar und muss deswegen in den meisten Fällen nicht behandelt werden. Unregelmäßiges, lautes Schnarchen jedoch ist nicht nur eine lästige Eigenschaft, sondern kann zudem auf ernst zu nehmende Atmungsstörungen hinweisen.

Jeder Schlafapnoeiker ist ein Schnarcher, aber nicht jeder Schnarcher ist ein Schlafapnoeiker.

Was ist eine Schlafapnoe?

Die Schlafapnoe wird von Schlafmedizinern zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen gezählt. Sie treten ausschließlich oder primär im Schlaf auf.

Interessanter Fakt: Der Begriff „Schlafapnoe“ stammt aus dem Griechischen: „A-Pnoe“ und bedeutet so viel wie ” ohne Atem”.

Das Schlafapnoe-Syndrom stört den Schlaf und sorgt dafür, dass man morgens nicht erholt aufwacht. Das gilt oft auch für den Bettpartner, der sich durch das besonders laute und unregelmäßige Schnarchen gestört fühlt. Gefährlich ist die Schlafapnoe, weil die Atemaussetzer im Schlaf sich zu einem länger andauernden, bedrohlichen Atemstillständen ausdehnen können. Die Dauer der Atemaussetzer ist hier sehr verschieden und lässt sich nicht pauschal sagen. Allerdings können solche Atemaussetzer bis zu über 120 Sekunden anhalten.

Schlaftracker helfen bei dem Erkennen von Atemaussetzern. Trotz Therapie kann es immer wieder zu solchen Atemaussetzern kommen. Daher ist es wichtig kontinuierlich und fortlaufend seinen Schlaf im Blick zu behalten. Das gilt eben ganz besonders für Menschen mit einer Schlafapnoe.

Genaue Zahlen wie häufig die Schlafapnoe auftritt gibt es nicht der Grund liegt darin, dass nicht jeder „Schnarcher“ zum Arzt geht. Schätzungsweise sind aber rund zwei bis vier Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung zwischen 30 und 60 Jahren von der Schlafapnoe betroffen. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Vor allem übergewichtige Männer sind betroffen: Rund 80 Prozent der Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom haben ein paar Kilos zu viel auf den Rippen.

Das Schlafapnoe Syndrom unterscheidet sich zwischen der obstruktiven und der zentralen Schlafapnoe.

Obstruktive Schlafapnoe (OSAS)

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Form der Schlafapnoen. Während des Schlafs erschlaffen die Muskeln des weichen Gaumens und die Zunge fällt zurück. Dadurch verschließen sich die Atemwege und der Schlafende bekommt zu wenig oder gar keine Luft mehr. Die erschlafften Muskeln sind auch der Grund für das Schnarchen. Durch die engeren Atemwege wird die Strömungsgeschwindigkeit erhöht und die weichen Muskeln fangen an zu flattern.

Das Problem hierbei ist allerdings nicht das Schnarchen, zumindest nicht primär, sondern dass der Sauerstoffgehalt im Blut durch die ausbleibende Atmung sinkt (Hypoxämie). Es kommt zu einer Mangelversorgung des Gewebes. Als Folge startet der Körper eine „Weckreaktion“. Er aktiviert abrupt die Atemmuskeln von Zwerchfell und Brustkorb, auch das Herz erhöht seine Leistung und der Blutdruck steigt.

Der Schlafende wacht dabei meist kurzzeitig auf. Setzt die Atmung anschließend wieder ein, folgen meist mehrere tiefe Atemzüge. Die Atemstillstände können zehn Sekunden bis zwei Minuten dauern und bis zu 100-mal pro Nacht auftreten. Am nächsten Morgen können sich die Betroffenen meist nicht mehr daran erinnern aufgewacht zu sein.

 Zentrale Schlafapnoe

Bei der zweiten Form der Schlafapnoe, der zentralen Schlafapnoe, verhält es sich etwas anders. Der Auslöser bei dieser Form ist eine Fehlfunktion im zentralen Nervensystem (ZNS). Hier bleiben zwar die oberen Atemwege geöffnet, aber durch die Störung im zentralen Nervensystem bewegen sich die Atemmuskeln von Brust und Zwerchfell nicht ausreichend. Eine zentrale Schlafapnoe betrifft vor allem ältere Menschen.

Symptome

Wie nach der sich nach der Erklärung nun klar vermuten lässt, sind Atemaussetzer ein typisches Symptom für eine Schlafapnoe. Die Atemstillstände können in der Regel zwischen 10 und 120 Sekunden andauern und treten mehr als fünfmal pro geschlafene Stunde auf. Hierzu gibt es auch eine Kennzahl. Sie nennt sich ODI (Oxygen Desaturation Index = Sauerstoff Entsättigungs Index). Es folgen Phasen von übermäßigem Luftholen (Hyperventilationen) sowie lautes und unregelmäßiges Schnarchen. Während der Betroffene häufig nichts von alldem mitbekommt, nehmen in der Regel die Bettpartner das Schnarchen und auch die Atemaussetzer wahr.

Ein gestörter Schlaf ist eine allgemeine Folge der Schlafapnoe und geht logischerweise mit einem chronischen Schlafdefizit einher. Daraus resultierend folgen Tagesmüdigkei, Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen. Alltägliche Risiken, wie eine erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr, steigen bei Betroffenen ebenfalls an. Manche. Zum Teil führt die Atemstörung zu Kopfschmerzen (vor allem in den Morgenstunden) und verringerter sexuelle Lust. Bei Männern kann es sogar zu Erektionsstörungen kommen.

Schlafapnoe - Tagesmuedigkeit
Tagesmüdigkeit kann überall auftreten, ob am Arbeitsplatz oder im Auto. Es ist nicht bloß eine unangenehme, sondern auch eine riskante Folge des Schlafapnoe-Syndroms

Auch Kinder können von einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) betroffen sein. Experten zu Folge könnte Die Atemstörung etwas mit plötzlichem Kindstod zu tun haben. Ältere Kinder mit OSAS wirken oft träge und fallen in der Schule häufig durch schlechtere Leistungen auf.

Ursachen und Risikofaktoren

Es gibt viele verschiedene Begünstigende Faktoren, welche eine Schlafapnoe provozieren. Den einen Grund oder die eine Ursache gibt es in der Regel nicht. Einige solcher begünstigenden Faktoren sind:

Zu hoher Body-Mass-Index (Übergewicht)

Alter (je älter, desto gefährdeter für die Schlafapnoe)

Einnahme von Schlaftabletten oder Beruhigungsmitteln (Muskeln im Gaumen erschlaffen schneller und verschließen die Atemwege)

Ein zu kleiner oder ein nach hinten fallendem Unterkiefer

Eine krumme Nasenscheidewand

Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol, eine Schwangerschaft oder bestehende Erkrankungen wie Rheuma, Akromegalie oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Auch eine zu große Zunge, vergrößerte Mandeln (Tonsillen), Nasenpolypen oder viel Fett- und Bindegewebe am Eingang der Atemwege können die Schlafapnoe begünstigen, da dieses zusätzlich auf die Atemwege drückt und sie somit verengt. Allgemein können unregelmäßige Schlafenszeiten die Symptome verstärken.

Die zentrale Schlafapnoe ist selten und entsteht durch Störungen im zentralen Nervensystem (ZNS). Aufgrund von neurologischen Schäden funktioniert die Steuerung der Atemmuskulatur nur mangelhaft. Eine Ursache kann zum Beispiel die Neuroborreliose sein. Die Neuroborreliose ist ein Stadium der durch Zecken übertragene Borreliose.

Diagnose

Da das Schnarchen oft zuerst dem Partner auffällt, beginnt die Diagnose bereit im eigenen Schlafzimmer. Wenn Atemstillstände auftreten, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Hier empfiehlt sich ein HNO-Arzt oder direkt ein Schlafmediziner. Leider gibt es nicht „den einen“ Schlafapnoe-Test. Der Arzt wird Sie zunächst zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) befragen.

Der HNO-Arzt sucht dann nach anatomischen Auffälligkeiten im Nasen-Rachen-Bereich – zum Beispiel Verkrümmungen der Nasenscheidewand oder Nasen- und Rachenpolypen.

Manchmal ist ein Gang ins Schlaflabor aber unumgänglich. Mediziner analysieren dort Euer Schlafverhalten, die Atmung und weitere Faktoren. In der Regel dauert der Aufenthalt im Schlaflabor ein bis zwei Nächte. Die Ärzte messen hier über Elektroden auf der Haut unter anderem den Luftstrom der Atmung, die Pulsfrequenz, den Sauerstoffgehalt im Blut sowie die Bewegungen des Brustkorbs. Diese Art der Untersuchung wird als „Polysomnografie“ verstanden.

Behandlung

Eine Schlafapnoe lässt sich mit verschiedenen Methoden behandeln. Welche am besten geeignet ist, hängt vom Einzelfall ab und ist individuell mit einem Arzt zu besprechen.

Bei einer leichten obstruktiven Schlafapnoe können schon einfache Maßnahmen helfen, die Zahl der Atemaussetzer zu verringern. Eine der wirksamsten Maßnahmen ist häufig der Gewichtsverlust. Wie bereits beschrieben, begünstigen zusätzliche Kilos eine Schlafapnoe. Auch Alkohol, Rauchen und die Einnahme von Schlaftabletten gelten als begünstigende Faktoren und sollten möglichst weggelassen werden.

Auch lässt sich mit einfachen Hilfsmitteln das Schlafen in Rückenlage vermeiden. Zum Beispiel kann ein Tennisball in den Rücken des Schlafanzugs genäht werden. Natürlich gibt es auch Hilfsmittel für diejenigen, die gerne oben ohne schlafen. Es gibt Geräte, die alarmieren, sobald sich der Betroffene auf den Rücken dreht. Manchmal kann auch schon ein höheres Kissen helfen, so dass der Oberkörper höher gelagert ist.

Am wirksamsten lässt sich ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit einer speziellen Atemmaske behandeln. In diesem Fall setzt Ihr Euch nachts eine Maske auf, welche an ein Gerät angeschlossen, das mit leichtem Überdruck Raumluft in Nase und zum Teil auch in den Mund bläst. Dadurch wird verhindert, dass sich Eure Atemwege verschließen.

Es gibt verschiedene Arten von Masken. Welche am besten passt, sollte individuell mit Eurem Arzt besprochen werden. Auch existieren unterschiedliche Beatmungsverfahren:

CPAP = Continuous Positive Airway Pressure, kontinuierlicher Überdruck

BiPAP = Bilevel Positive Airway Pressure, der Druck wird an Ein- und Ausatmung angepasst

APAP = auto CPAP, der Druck wird vom Gerät bei jedem Atemzug neu ermittelt

Falls Patienten unter einem trockenen Nasen-Rachenraum leiden, kann die Luft eventuell mithilfe eines Befeuchters mit Wasser angereichert werden. In bestimmten Fällen wird der Luft zusätzlicher Sauerstoff beigemischt.

Ich hoffe, dass ich Euch das Thema gut vermitteln konnte. Außerdem möchte ich Euch noch sagen, dass Ihr keine Angst vor einer Schlafapnoe oder der Behandlung haben braucht. Viele Patienten gewöhnen sich schnell an die nächtliche Beatmung und fühlen sich tagsüber wieder leistungsfähiger und ausgeruhter.

Wenn Ihr Euch nicht direkt an die nächtliche Beatmung gewöhnen könnt, macht es Sinn verschiedene Maskenmodelle zu testen. Sprecht Euch hierzu am besten mit Eurem Arzt ab.
Solltet Ihr noch weitere Fragen oder Themenwünsche haben, schreibt sie mir gerne in die Kommentare oder schreibt mich direkt über unsere Emailadresse an 😊

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. 

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